Allgemeines

Was sind Mirasterne

Mirasterne sind Pulsationsveränderliche mit Perioden von 80 bis 1500 Tagen (meist 150 - 450 Tagen). Die Amplitude beträgt mindesten 2m,5 und kann bis zu 11m reichen.

Ursache der Pulsationen ist die Ionisation von Wasserstoff. Bei der Ionisierung wird viel Energie gespeichert, die dann bei der Expansion freigesetzt wird. Metalloxide verstärken die Amplitude: Ist der Sterndurchmesser am geringsten, ist die Oberflächentemperatur am größten. Damit erreicht die Helligkeit den Maximalwert. Dehnt der Stern sich aus, wird er kühler und schwächer. Gleichzeitig bilden sich durch die Abkühlung Metallverbindungen, wie Titanoxid, die ähnlich den reflektierenden, titanoxidhaltigen Sonnencremes die äußeren Schichten der Atmosphäre lichtundurchlässig machen.

Mirasterne sind Riesen und Überriesen der Spektralklassen K5 - M9, S u. C mit ca. einer Sonnenmasse. Entwicklungsgeschichtlich sind sie weit fortgeschritten und liegen im HRD auf dem asymptotischen Riesenast (AGB). Die aufgeblähten Sterne verlieren viel Masse, die später einen Planetarischen Nebel bilden wird.

Das BAV-Programm

Das BAV-Programm für Mirasterne umfasst 80 Objekte. Auflistungen dieser Sterne sind im BAV Circular zu finden. Heft 1 enthält die Elemente und Heft 2 Prognosen für Maxima und Minima (Näheres s. Prognosen).
Das Programm enthält einige Sterne, die im Maximum mit dem Feldstecher beobachtet werden können, viele Sterne, bei denen uns an langfristiger Beobachtung gelegen ist und Sterne, die aus aktuellen Anlässen ins Programm aufgenommen worden sind.
Beobachtungen von Sternen aus individuellen Programmen sind genauso willkommen. Für diese Sterne werden lediglich keine instantanen Elemente und Prognosen (BAV Circular) gepflegt.

Visuelles

Langperiodische Veränderliche (Mirasterne: >80d) und solche mit großen Amplituden (Mirasterne: >2m,5) sind schwierig zu fotometrieren und werden noch heute hauptsächlich visuell beobachtet. Wer visuell beobachtet, möchte etwas Schönes sehen, was der Sternpunkt nur eingeschränkt bietet. Vielleicht hilft die Vorstellung nach Betrachten folgender Bilder weiter:

Das Harvard Smithsonian Center for Astrophysik gab am 15.12.09 eine Pressemitteilung mit Bildern von Chi Cygni heraus. Ein Klick auf das Bild führt zur Download-Seite.

Press Release 2009-23: www.cfa.harvard.edu/news/2009/pr200923.html

Eine Animation daraus ist auf youtube zu finden:

">

Anschauliche Bilder des Lichtwechsels von Mira

Manfred Simon aus Kaufbeuren fotografierte Mira an vier verschiedenen Tagen. Damit wird die große Amplitude anschaulich dargestellt. Daß das Maximum von Anfang 2008 mit 3m,7 ein relativ schwaches war, tut der Wirkung keinen Abbruch.
Das Bild (bei Anklicken in voller Größe zu sehen) erschien in einem Artikel in Faszinierendes Universum.